Seelenwärmergröße

oder

Wie bestimme ich die Größe meines Seelenwärmers?

Die kostenlose Anleitung zur Größenbestimmung des Seelenwärmers ist auch als PDF bei Crazypatterns erhältlich.

Der Seelenwärmer ist ein Rechteck, bei welchem die 4 Ecken umgeklappt und so weit zusammengenäht oder gehäkelt werden, dass nur die Armausschnitte offen bleiben.

Ein Beispiel:
Mein Seelenwärmer „Tagpfauenauge“ ist 150 Maschen hoch und 185 Hin- und Rückreihen breit. Ich habe ihn aus Bravo Original und Papatya Batik in Kombination mit Lana Grossa Brillino mit Nadelstärke 3,5 gestrickt. Das Rechteck ist etwa 110 x 80 cm groß. Er ist sehr reichlich und würde auch etwas kräftigeren Frauen noch gut passen.

Ich trage etwa Größe 40, mag es grundsätzlich gern etwas lockerer, aber hier ist er schon seeehr locker geworden… mein nächster wird wieder kleiner!
Aber ich hatte diese praktische Anleitung hier ja noch nicht! ;-)

Das gleiche Modell habe ich auch aus Merinowolle gestrickt, und es wurde deutlich schmäler. Es ist also wichtig, eine Maschenprobe zu machen, da unterschiedliche Wollsorten dein Rechteck auch bei gleicher Nadelstärke unterschiedlich groß werden lassen.

Du kannst das Rechteck vergrößern, indem du mehr Maschen anschlägst, oder mehr Reihen strickst. Achte darauf, dass du die zusätzlichen Maschen oder Reihen gleichmäßig auf beiden Seiten verteilst, damit das Motiv auch weiterhin in der Mitte sitzt.

Finde deine passende Größe

Wenn du einen Stoffrest hast, kannst du ihn zurechtschneiden und mit Klebeband oder Wäscheklammern „anprobieren“ um die perfekte Größe für dich herauszufinden. Zur groben Orientierung kannst du auch Papier oder Zeitung verwenden, dann ist es aber gut, jemanden zu haben, der beim Zusammenkleben und Hineinschlüpfen hilft.

Dieses Rechteck ist z.B. 110 x 80 cm groß
Dieses Rechteck ist 95 x 70 cm groß
Dieses Rechteck ist 90 x 60 cm groß

Alle drei „Seelenwärmer“ passen mir. Sie sind nur unterschiedlich groß. Der Größte entspricht in etwa der von meinem Tagpfauenauge oben und ist relativ weit aber auch der Kleinste wärmt sehr gut und sitzt bequem.

Wenn du dein ideales Schnittmuster gefunden hast (beachte, dass das Bündchen noch dazu kommt), mache eine Maschenprobe im Grundmuster.
Damit kannst du ausrechnen, wie viele Maschen und Reihen du stricken müsstest.

Ein Beispiel: Bei meiner Maschenprobe ergeben 19 Maschen und 17 Hin- und Rückreihen ein Quadrat von 10 x 10 cm.
Mein Seelenwärmer sollte 80 x 110 cm groß werden.
Die Zahl 80 bezieht sich auf die Maschen, die wir anschlagen müssen.
19 Maschen ergeben 10 cm, dann rechnen wir: 19 geteilt durch 10 mal 80 = 152 Maschen.
Damit es eine schöne glatte Zahl wird, habe ich 150 gerechnet. :-)

Die zweite und größere Zahl bezieht sich auf die Anzahl der Reihen, die wir stricken.
17 Hin- und Rückreihen ergeben 10 cm, dann rechnen wir: 17 geteilt durch 10 mal 110 = 187
Da wir hier eine ungerade Zahl brauchen und bei meinem Motiv die mittlere Reihe ungerade sein sollte, habe ich 185 Hin- und Rückreihen gestrickt.

Wenn du auf mehr Maschen oder Reihen kommst, werden diese am Besten gleichmäßig am Anfang und am Ende dazugestrickt, damit unser Motiv auch weiterhin in der Mitte bleibt.
Weniger Maschen oder Reihen sind nicht empfehlenswert, sonst verschwindet unser Motiv.

Wenn dein Seelenwärmer kleiner werden soll, nimm lieber eine dünnere Nadel oder dünnere Wolle.

Und denke daran, dass sich die Breite des mittleren Ausschnittes verändert, wenn du das Verhältnis von Länge und Breite änderst.

Je mehr dein Rechteck einem Quadrat ähnelt, desto schmäler wird der vordere Ausschnitt.

Je unterschiedlicher Länge und Breite deines Rechtecks sind, desto breiter wird der vordere Ausschnitt.

Man muss also genau entgegengesetzt planen, als man bei einer Jacke planen würde.
Wenn du möchtest, dass man deinen Seelenwärmer vorne weiter schließen kann als meinen, musst du mehr Maschen anschlagen oder – falls er kleiner werden soll - am Anfang und am Ende weniger Reihen stricken.

Fertigstellung

Wenn du das Rechteck gestrickt hast, Fäden vernähen, die Ärmel schließen, bis noch genügend Platz ist, damit du deinen Arm locker hineinstecken kannst.
Du kannst sie unsichtbar zusammennähen oder sichtbar mit dieser Methode zusammenhäkeln:
https://www.illusionsstricken.de/freie-anleitungen/bloecke-zusammenhaekeln/

Für den mittleren Ausschnitt habe ich verschiedene Bündchen ausprobiert.
Am Besten gefällt es mir, wenn man dafür eine lange Rundstricknadel eine halbe Nummer kleiner nimmt und damit aus jeder farbigen Randmasche zwei und aus jeder schwarzen Randmasche eine Masche aufnimmt. Etwa 6 cm im Bündchenmuster (1r, 1l) stricken.

Für die Ärmelbündchen mit dem Nadelspiel aus jeder abgeketteten Masche eine Masche aufnehmen, (bei mir sind es 56 Maschen) und 9 cm im Bündchenmuster stricken.

Noch ein Hinweis:
Solltest du noch gar keine Erfahrung mit dem Illusionsstricken gemacht haben, dann empfehle ich dir, zuerst die Anleitung für eines der kleinen Mysteries zu probieren, z.B. dieses hier.
https://www.crazypatterns.net/de/items/62029/illusionsstricken-kleines-mystery-3
Hier wird anhand von vielen Fotos und einer detaillierten Beschreibung gezeigt, wie man Schritt für Schritt vorgeht.

Dieses und noch vieles andere findest du kostenlos auf meiner Webseite www.illusionsstricken.de

Danach sind hoffentlich keine Fragen mehr offen, und den großen Projekten steht nichts mehr im Wege! :-)

Ula Lenz